Sozialer Zusammenhalt und soziale Verantwortung

Großstädte wie Düsseldorf sind Zentren des wirtschaftlichen Fortschritts, aber zugleich auch anfällig für Arbeitslosigkeit, soziale Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Wirtschaftsförderung und Sozialpolitik sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Starke Unternehmen und starke soziale Sicherungssysteme sind gleichermaßen wichtig, um das friedliche Zusammenleben in einer Stadt dauerhaft zu sichern.

Deshalb misst sich für mich die Stärke einer Stadt auch daran, wie sie mit den Menschen umgeht, die Hilfe brauchen. Ob arm oder reich, ob krank oder gesund, ob behindert oder nicht behindert, alle haben das gleiche Recht, sich in Düsseldorf wohl zu fühlen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Düsseldorf ist eine reiche Stadt. Der Blick auf die Kö oder einige schicke Stadtteile darf den Blick aber nicht darauf verstellen, dass es auch bei uns Armut und erheblichen sozialen Handlungsbedarf gibt. Nirgendwo in Nordrhein-Westfalen ist die Spreizung zwischen arm und reich so groß wie in Düsseldorf. Rund 16.500 Kinder unter 15 Jahren sind auf Unterstützung angewiesen.

Gerade eine wirtschaftsstarke Stadt wie Düsseldorf kann und muss sich ihrer sozialen Verantwortung stellen: bei der beruflichen Wiedereingliederung von Langzeit-Arbeitslosen oder bei der Unterstützung bürgerschaftlicher Initiativen zur Armutsbekämpfung. Generell muss die Stadt ehrenamtliches Engagement stärker – ideell aber auch materiell – honorieren.

Nach meiner Überzeugung ist der Umgang mit den schwächsten Mitgliedern der Gemeinschaft ein maßgeblicher Gradmesser dafür, wie zivilisiert und menschlich unsere Stadt ist.