Der Zustand einiger Schulen in Düsseldorf ist desaströs. Überfüllte Klassen und Bedarf an neuen Räumen sind nur einige Mängel, die es zu beheben gibt, auch Baustellen, die keine sein dürften, werden an den Düsseldorfer Schulen bisher nicht beachtet. Auf der Sag’s Geisel Tour hat der Oberbürgermeisterkandidat zahlreiche Schulen in Düsseldorf besucht, um sich selbst einen Überblick der Lage zu verschaffen. Den konkreten Handlungsbedarf beschreibt er an Beispielen aus Eller:

schule4„An der Grund- und Hauptschule Bernburger Straße wurde zwischen 2002 und 2008 unter dem Masterplan Schulen saniert, doch ohne wichtige Restarbeiten fertig zustellen, zum Beispiel an der Turnhalle. Auch der Teile des Außenverputzes sind nicht vollständig. Darüber hinaus wurde ein dringend notwendiger Erweiterungsbau in Aussicht gestellt, der notwendig ist, um den Ganztagesbetrieb zu ermöglichen und Differenzierungsräume für integrative Klassen zu schaffen. Die Schule hat 380 Schüler. Aktuell fehlen vier Lehrkräfte und sind dauerkrank. Das entspricht 180 Fehlstunden pro Woche. Inklusion stellt ein erhebliches Problem dar. Es gibt lediglich eine förderschulpädagogisch ausgebildete Lehrerin an der Schule. Dies reicht nicht aus, wenn insgesamt 5-9 Kinder mit Lernbehinderung in den Anfangsklassen sind.

 

Schulen (3)Die Dieter Forte Gesamtschule stammt aus dem Jahre 1972. Vor 18 Jahren wurde eine Asbestsanierung durchgeführt. In den letzten Jahren wurde das Dach saniert. Die Schule befindet sich in schlechtem Zustand. Das Heizungssystem ist ineffizient und arbeitet nicht ordnungsgemäß. Von den Toilettenanlagen wurden lediglich zwei saniert. Die übrigen sind in schlechtem Zustand, eine Anlage ist gesperrt. Die Teppiche wurden zum Teil bereits mehrfach ausgewechselt, befinden sich aber größtenteils in einem schlechten, teilweise sogar sicherheitsgefährdenden Zustand. Unterhalb der Mensa stürzte vor einigen Jahren die Decke ein. An dieser Stelle wurde die Decke saniert. Ebenfalls in schlechtem Zustand sind die Gründächer und begrünten Innenhöfe. Hier dringt das Wurzelwerk zum Teil bereits in die Gebäude ein. Wie in der Grundschule Bernburger Straße entsteht zusätzlicher Raumbedarf durch die Umstellung auf Ganztagbetrieb und durch die Erfordernisse der Inklusion. Die Schulleitung befürchtet, dass der schlechte Schulzustand sich auch auf die Anmeldezahlen auswirken kann. Aus ihrer Sicht ist eine Grundsanierung absolut erforderlich. Hierbei kommt es darauf an, dass die Verwaltung einen verlässlichen Planungsrahmen zur Verfügung stellt. Entsprechend der Dringlichkeit sollten zunächst die Toiletten, dann die Heizungsanlage und dann die Wände saniert werden. Unter Umständen entsteht zeitnah ein Umbaubedarf dadurch, dass Lehrer und Konferenzzimmer zusammengelegt werden, wodurch ein zusätzlicher Klassenraum geschaffen werden kann.

 

Schulen (5)Auch das Lore Lorentz Berufskolleg muss in dieser Liste genannt werden. Es steht in der Prioritätenliste auf Rang 19. Dies ist freilich insofern irrelevant, als auch die vorrangigen Prioritäten bereits seit geraumer Zeit nicht mehr abgearbeitet werden. Unter dem Masterplan Schulen werden heute zahlreiche Maßnahmen finanziert, die mit dem Sanierungsbedarf der Schule nichts mehr zu tun haben: offener Ganztag, laufende Instandhaltung, und sonstiger schulischer Bedarf. Hinzu kommt, dass die etatisierten Mittel nicht abgerufen werden. Die Vertreterinnen und Verteter der Schule selbst wünschen sich, dass bei den städtischen Zuwendungen für schulische Betriebsmittel seitens der Schulen Rücklagen gebildet werden können, um das „Dezemberfieber“ zu verhindert. Schulverwaltungsamt und Amt für Gebäudemanagement arbeiten nach Berichten vollständig unkoordiniert. Möglicherweise wird dies billigend in Kauf genommen, um die volle Inanspruchnahme der unter dem Masterplan Schulen etatisierten Mitteln zu verhindern. Das Lore Lorentz Berufskolleg befindet sich als Altbau in sehr schlechtem Zustand: Vermooste Platten, Schimmel an den Wänden, Fenster, die sich nicht öffnen lassen, keine Waschbecken in den Klassenräumen, schadhafte Böden.

Auch die Gemeinschaftsgrundschule Gumberstraße braucht bauliche Sanierungen, so ein Pausendach, auf das hier bereits seit 6 Jahren gewartet wird. Bei schlechtem Wetter müssen die Schülerinnen und Schüler in den Pausen ganz ohne Bewegung auskommen.“