Das OB-Rennen ist offen

Manfred Güllner, Chef des renommierten Meinungsforschungsinstituts FORSA, über Scharlatane in den Wahlumfragen, Abweichungen und Trends bei den Kommunalwahlen 

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Was ist von Umfragen auf der Basis von 500 Befragten in der 600.000-Einwohner-Stadt Düsseldorf zu halten?

Solche Umfragen sind Mode geworden. Die Sorge, die mich umtreibt, ist, dass lauter Scharlatane ins Wahlgeschäft drängen. Auf der einen Seite stehen Meinungsforscher in der Kritik, auf der anderen Seite gehen Aufträge an Leute, die überhaupt keine Ahnung von Wahlumfragen haben. Die haben zwar Datenbänke und können damit rumspielen, aber insgesamt ist das eine unschöne Entwicklung.

 

Repräsentativ sind nach allgemeingültiger Auffassung Umfragen mit mindestens 1000 Befragten. Was bedeutet es bei einer Kommunalwahl, wenn die Wertung auf einer deutlich kleineren Basis  erfolgt?

Bei Kommunalwahlen liegt die Wahlbeteiligung meist unter 50%. Das heißt, von 500 Befragten gehen noch nicht mal 250 wählen. Diese Basis ist grenzwertig für jede Meinungsforschung. Bei so einer schwierigen Frage wie der Kommunal- oder Oberbürgermeisterwahl daraus etwas abzuleiten, halte ich für unverantwortlich.

 

Gibt es Trends in den Großstädten?

Wir haben in Dortmund eine Umfrage mit 1000 Teilnehmern gemacht, wir konnten sie mit einer eigenen Umfrage von der Kommunalwahl 2009 vergleichen. Da kann man dann echte Veränderung sehen. Die Problemwahrnehmung ist heute völlig anders als vor 5 Jahren. In Dortmund können wir mit hoher Wahrscheinlichkeit die Wiederwahl des OB im ersten Wahlgang vorhersagen. Wir haben lokal am meisten Erfahrung mit Umfragen. Aber Städte sind höchst unterschiedlich. Entscheidend ist die konkrete Situation vor Ort.

 

In Düsseldorf wird dem OB laut Umfrage ein Wahlergebnis von 50% vorhergesagt. Wie hoch ist die mögliche Abweichung?

Ich kann nicht für Düsseldorf reden. Wenn die Stichprobe ordentlich gemacht wurde, beträgt die Abweichung plus minus 4%.

 

Liegt ein Hochschnellen der SPD um 10% im Trend der Großstädte?

10% können dann zutreffen, wenn es außergewöhnliche Umstände gibt.

 

Wie gehen die Wählen mit den getrennten Wahlgängen von Partei und Oberbürgermeister um?

Der Wähler entkoppelt oft die Stimmen für Partei und OB – siehe zum Beispiel München.

 

Ist eine OB-Stichwahl eine reine Persönlichkeitswahl?

Ja, das ist es. Daran hat man sich inzwischen auch in NRW gewöhnt.

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Interview: Dieter Schneider, Journalist, 20.5.2014

12 thoughts on “Das OB-Rennen ist offen

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